Mittwoch, 17. Mai 2017

Living the Black Belt Way of Life!

Seit einiger Zeit machen die KansasKids und ich Taekwando! Wir hatten uns schon länger für Kampfsport interessiert, aber die Kinder waren noch zu klein. Nun, da "Kansasbaby" 3 Jahre alt ist, ist es endlich möglich. Das Beste daran: Wir haben eine Taekwando Schule gefunden, in der wir alle drei gleichzeitig unterrichtet werden können. Das Training findet dann immer in einem riesengroßen Raum statt, in dem gleichzeitig ca. 6 Gruppen unterrichtet werden.

"Kansasbaby" muss häufig noch ein bißchen überredet werden (das liegt aber eher daran, dass er keine Lust hat, sich zu Hause umzuziehen etc.), aber wenn er einmal da ist, gefällt es ihm gut. KansasKid und ich lieben diese, von uns, neu entdeckte Sportart.
Vor kurzem hatten wir schon unsere erste richtige Prüfung: Unser "Belt assessment". Nachdem wir monatelang den weißen Gürtel getragen haben, haben wir hier unseren gelben Gürtel errungen.
Die Prüfungen liefen sehr geordnet und in verschiedenen Altersgruppen ab. Dadurch waren wir insgesamt fast einen ganzen Tag mit Gürtelprüfungen beschäftigt.
Tatsächlich war ich sehr aufgeregt, allen anderen Erwachsenen ging es ebenso.
Master Ko, der Chef und Leiter unserer Schule (KoMa= Ko Martial Art) erklärte uns, dass die Aufregung dazu gehört. Eigentlich würde es nicht nur um das Bestehen dieser Gürtelprüfung gehen, sondern darum, auch im Leben, sich Prüfungen und schwierigen Situationen zu stellen. Nur so wäre es möglich, sich weiter zu entwickeln.
Während der Prüfung wurden dann ca. 5-10 Personen nach vorne gerufen und darum gebeten, ihre sogenannten "Forms" oder "Combinations" vorzumachen. In unserer Schule wird seltener gegeneinander "gekämpft". Es geht eher darum, die verschiedenen Kicks, Blocks und Punches, die man lernt, kunstvoll zu verschiedenen Kombinationen zu verbinden. Je höher der Gürtel, desto anspruchsvoller diese Kombinationen. Diese sollte man bei der Gürtelprüfung dann perfekt beherrschen.
Die letzte Aufgabe ist dann, ein Brett zu zerbrechen. Auch das ist noch einmal furchtbar aufregend, weil man während des Unterrichts bislang nur mit Schaumstoffbrettern geübt hat. Nun soll man plötzlich ein echtes Brett zertrümmern. Aber mit einigen Tips der Trainer, gelang es mir und KansasKid auf Anhieb. Auch hier steigt mit jedem Gürtel der Schwierigkeitsgrad. Während wir hier noch mit der Faus drauslos schmettern durften, müssen wir das Brett bei der nächsten Gürtelprüfung mit dem Fuß zerbrechen.
Einige Kinder bzw. Jugendliche hatten Probleme, das Brett auf Anhieb zu zerbrechen. Sie durften dann Pausen machen und wurden von den Trainern motiviert oder angeleitet. Am Ende ist es jedem Einzelnen gelungen. Alle waren sehr stolz und froh. Und Master Ko sagte, dass auch dieser "struggle" Teil des Lebens sei: Nicht alles gelingt uns auf Anhieb. Aber mit Übung und Willenskraft können wir viel schaffen. Toll! Eigentlich nur eine kleine Sache, diese Prüfungen, aber es steckte doch so viel dahinter! Was für eine Freude, als wir unsere neuen Gürtel und zerbrochenen Bretter in der Hand hielten! Für die kleineren Kinder hatte Master Ko dann noch die Botschaft, dass es wichtig sei, jede Bewegung, also jeden Kick und jeden Punch mit Konzentration und Disziplin auszuführen. Auch hier zog er wieder Parallelen zum echten Leben: Man kann etwas unsauber und unkonzentriert machen, oder aber aufmerksam und achtsam. All diese Bezüge zum wirklichen Leben haben KansasDad und mich sehr beeindruckt. Master Ko hat auch einen Blog und natürlich ist es (so wie alle hier in Amerika auch in den sozialen Medien aktiv). Hier nennt er die Art, so zu leben (konzentriert, fokussiert, sich Herausforderungen stellen etc.) den "blackbelt way of Life", also das Streben nach dem Schwarzen Gürtel. Dazu postet er häufiger kleine Geschichten oder inspirierende Sprüche, wie zum Beispiel: " The easier way is rarely the best way." Dabei geht es eben nicht nur darum, den Gürtel eines Tages zu erreichen, sondern dieses Streben auf das wirkliche Leben zu übertragen. Was für ein schönes Bild für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, um sich zu motivieren und schwierige Situationen zu meistern. Wenn KansasKid zu etwas keine Lust hat (z.B. Tisch decken, helfen, zum Zahnartzt gehen) reicht häufig die Frage, ob er den blackbelt way gehen möchte. Ja, er möchte es!
We are living life the blackbelt way now! :-)
Und hier noch ein Link zu unserer KoMa Schule und zu einem inspirierenden Text von Master Ko:
 http://www.thekoma.com/blog/why-we-fall-short/

Unsere KOMA Schule: Verschiedene Gruppen während des Trainings

Die Kleinsten während der Gürtelprüfung

Nochmal verschiedene Gruppen beim Training

1 Kommentar:

  1. Eine schöne Art auf das rauhe Leben vorzubereiten.
    RolloOpa

    AntwortenLöschen