Montag, 23. Januar 2017

Women`s march!

Wie die meisten von euch wissen, haben die Women`s marches ja nicht nur in Washington und New York stattgefunden, sondern überall, in allen größeren Städten in den USA, aber auch weltweit. So natürlich auch in Kansas City.


Ich bin froh, dass ich dabei war. Zum einen, finde ich jeglichen Widerstand gegen den aktuellen Präsidenten unterstützenswert. Zum anderen, wollte ich mir dieses aussergewöhnliche und unvergleichliche Erlebnis einfach nicht entgehen lassen, da ich das Gefühl hatte, dass hier ein historischer Moment bevorsteht. 
Ich habe mich ganz einfach an zwei nette, fröhliche meiner "better moms" rangehängt. Sie haben mich begeistert mitgenommen und mich sogar noch mit Sandwiches und Plakaten ausgestattet, wussten, wo wir am besten parken etc. Perfekt!
Noch nie habe ich Kansas City so offen, multikulturell und bunt erlebt. Die Menschen waren verkleidet, fröhlich, fast ausgelassen. Es gab Musik aus dem Lautsprecher und eine Sambatruppe. Man ging durch ein Schildermeer, mit vielen, vielen bunten und kreativen Plakaten. Die gegenseitigen Plakate wurden bestaunt, gelobt und fotografiert. Um die 10,000 Menschen sollen dabei gewesen sein, ganz schön beachtlich für Kansas City!
Natürlich durfte zu Beginn der Veranstaltung die Nationalhymne nicht fehlen. Und ich muss sagen, es war schon ein "Gänsehautmoment", als man einheitlich vom  "Land of the free and the home of the brave" gesungen hat. 
Danach haben viele "speaker" kurze Reden gehalten. Sie alle waren lokale Unterstützer oder Vorsitzende von Vereinen oder Organisationen wie "planned parenthood" oder "refugees welcome". Auch Opfer sexueller Gewalt kamen zu Wort und haben sehr ehrlich von ihren Erfahrungen und Traumata erzählt. Die Masse hat aufmerksam gelauscht oder immer mal wieder tosenden Beifall gespendet. Alles lief sehr friedlich ab.
Im Anschluss an die Vorträge, löste sich alles recht schnell und unkompliziert auf. Durch die sozialen Medien weiß ich, dass sich nun viele, viele Amerikaner "an die Arbeit" machen wollen. Viele Gruppen haben sich darauf spezialisiert, ihre lokalen Politiker immer wieder aufzusuchen, anzurufen oder mit Karten zu bestürmen (und Themen wie health care, planned parenthood etc. anzusprechen). Andere nationale Gruppen arbeiten daran, Fehler und Schwächen des neuen Präsidenten aufzudecken, um sobald möglich, Schritte zu einer möglichen Amtsenthebung einzuleiten. Und wieder andere sind nur darauf spezialisiert, die Botschaft nach Washington D.C. zu überbringen, dass sich eben doch sehr viele Menschen für die Steuern des Präsidenten interessieren.
Aber dennoch ist Trump nun einmal gewählt worden. Das Land ist wirklich gespalten und es stehen abenteuerliche und unruhige Zeiten an. Vielleicht ist hier die ewige Höflichkeit der Amerikaner ein großer Vorteil. Evtl. wäre es in anderen Ländern schon viel schneller zu hitzigen Debatten und größeren Streitereien gekommen.
Der Women`s march war auf jeden Fall, meiner Meinung nach, ein Hoffnungsschimmer und Lichtblick in unruhigen Zeiten.











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