Dienstag, 24. Januar 2017

Unfreiwillig im TV! ;-)

Hey Zusammen, 
erst gibt es monatelang keine Posts und dann plötzlich zwei direkt hintereinander. So ist das eben manchmal bei den KansasKids. Heute muss ich euch eine wirklich lustige Story erzählen!!!

Wie ich euch berichtet habe, haben die Amerikaner sich über das ganze Land in vielen kleinen und großen Gruppen zusammengeschlossen, um (im Bezug auf viele verschiedene aktuelleThemen) aktiv zu werden. Heute wollte hier in Kansas eine kleine Gruppe von Aktivisten den republikanischen Senator Roberts aufsuchen. Das heutige Thema war Krankenversicherung. Viele Amerikaner bangen jetzt nämlich um ihre Versicherung. Da wird einem erst einmal klar, wie gut wir es in Deutschland, mit unserer Krankenversicherung haben, zu der wirklich jeder Zugriff hat. Aber das ist Ansichtssache (schließlich finden das hier viele Menschen völlig unnötig). 
Meine Freundin Allie, eine energische, resolute Kalifornierin hat schon lange beschlossen, sich vehement für ihre Rechte einzusetzen. Außerdem hat sie eine schwere Krankheit durchlebt, somit war ihr das heutige Thema besonders wichtig. 
Sie hat gestern eine Rundmail geschickt, in der sie Freunde und Vertraute gebeten hat, sie zu unterstützen. Oje, habe ich gedacht. Das ist nun wirklich nicht so meine Welt. Einen Senator besuchen und ein Anliegen vorbringen, das ganze noch als deutsche Expat und ohne mich überhaupt richtig auszukennen. Ich habe ihr vorsichtig meine Bedenken geschildert, aber wollte sie trotzdem nicht im Stich lassen. Zudem hat KansasDad mir noch gut zugeredet und meinte, dass es doch auf jeden Fall eine Erfahrung wäre. Naaaa gut! Wenns sein muss. Ich habe mich dann bereit erklärt, einfach nur mitzugehen und ein paar Fotos und wenn erlaubt, kurze Filme mit dem Handy zu machen. So konnte ich mich hinter dem Handy ein bißchen verstecken. 
Trotzdem war mir ein bißchen mulmig und ich war froh, dass in der Runde noch ein paar vertraute Gesichter dabei waren. An die große Glocke hängen, wollte ich die Aktion auf keinen Fall, schließlich lebe ich mitten unter den heftigsten Trumpgegnern und Befürwortern. 
Als unsere Gruppe in dem Gebäude eingetrudelt ist, habe ich angefangen, ein paar Fotos zu knipsen. Anschließend haben wir uns alle zusammen in einen großen Fahrstuhl gequetscht. Knips. Ich habe ein lustiges Selfie von uns darin gemacht. Die Stimmung war prima. Aber plötzlich blieb der Fahrstuhl für ca. 5 Minuten stecken. Da es so voll war, habe ich nicht genau herausgefunden, was passiert war. Aber auf jeden Fall ging es nicht vor und nicht zurück. Die Tür ging nicht auf. Die Luft wurde plötzlich wirklich dünn. Aber zum großen Glück waren wir einen Moment später dann doch irgendwie befreit. 
Im Büro des Senators wurden wir freundlich empfangen. Wir wurden gebeten, nicht zu filmen. Danach hörte er sich viele (persönliche) Geschichten unserer Gruppenmitglieder an und blieb dabei sehr freundlich und zugewandt, jedoch auch ein bißchen zurückhaltend. Viele Mitglieder der Gruppe kann ich einfach nur als "badass" bezeichnen, ein kultiger Begriff für jemanden, der/die/ richtig cool ist und Großes erreicht hat. Allen voran meine Freundin Allie. Mit ruhiger, freundliche Stimme, hat sie ihre Krankheitsgeschichte erzählt und sanft und freundlich auf weitere Termine sowie Rückmeldungen vom Senator gedrängt. 
Kurz und Gut. Die Aktion hat ca. eine Stunde gedauert. Ich war froh, danach meiner Wege gehen zu können und war immerhin als moralische Stütze dabei. Damit war die Sache für mich erst einmal erledigt. Aber was sehe ich heute Abend in den sozialen Medien?!?!? Mein Selfie aus dem Fahrstuhl (mit mir riesig groß darin!!), sowie die gesamte Aktion ist im Fernsehen, der Rachel Maddow Show gelandet und macht die Runde in sämtlichen sozialen Medien. Es sammeln sich hunderte von likes und Kommentaren überall. Aaahhhh. Mein Selfie, kurz vorm Feststecken im Fahrstuhl, die ganze Aktion in den Medien in ganz Amerika. Irgendwie ist es für mich doch vor allem eins. Lustig! 
Eure amüsierte Kansasmom!

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